Making of
KlangBilder & BildKlänge

Kompositionen aus Licht und Klang

Noten
Klavierhände
Gitarrenhände

Da ist der zwei Meter große Kerl, der bei jedem fototauglichen Wetter irgendwo auf einer Wiese oder in einem Tümpel reglos kauert und darauf wartet, dass die Tiere mit ihm Freundschaft schließen und einzigartige Fotos von sich erlauben.

Und dann gibt es den Mann, der Farben „hört“ und sie behutsam in Klänge und Melodien umsetzt, immer auf der Suche nach der Harmonie in und mit der Natur.

Sie arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Eine künstlerische Partnerschaft. Eine Seelenverwandtschaft. Jetzt haben sie ein neues Projekt.

Der Fotograf: Roland Günter

Die Idee hatte Roland Günter nach einem seiner Multivisions-Vorträge. Sie bestehen aus seinen Fotos, die den Vortrag illustrieren und mit denen er das Thema aufbaut, und kurzen, vertonten Foto-Film-Sequenzen, die den Vortrag zum Höhepunkt führen. Immer wieder kamen Zuschauerinnen und Zuschauer nach den Veranstaltungen zu Günter und berichteten, beim Erleben dieser Sequenzen „Gänsehaut“, „Kribbeln auf der Kopfhaut“ oder ein „ganz tiefes Gefühl des Angerührt-Seins“ empfunden zu haben. Diese intensiven Gefühle werden auch durch die Kompositionen von Kai Arend hervorgerufen.

Der Klangkünstler: Kai Arend

Wir sind überall und ständig umgeben von Schwingungen verschiedenster Art. Die meisten Schwingungen sind von dem Großteil der Menschen mit ihren Sinnen allerdings nicht wahrnehmbar. Nicht für Kai Arend! Er macht diese Schwingungen als Musik hörbar. Er spürt in Orte und Bilder hinein und „übersetzt“ sie in Melodien und Klänge. Arend spielt sie in der alten, tieferen Stimmung (Kammerton A = 432 Hz), auf die wir unmittelbar reagieren. Der langjährige Kontakt mit indigenen Völkern Amerikas hat ihn tief geprägt in seiner Sicht auf die Natur und den Menschen. Aber auch seine Synästhesie spielt eine große Rolle in seinem Schaffen. Für ihn sind zum Beispiel Farben mit Tönen verknüpft. So entstehen Kompositionen und Klänge, die so ungeheuer dicht und intensiv sind, dass sie Menschen zutiefst bewegen können.

Ihr neuestes Projekt: KlangBilder & BildKlänge – Kompositionen aus Licht und Klang

Bislang haben sich Arends Kompositionen dem Zweck der jeweiligen Multivision „untergeordnet“. Doch in diesem neuen Format werden Fotos und Klänge gleichberechtigt. Wie beim Call and Response im Jazz, wenn Musiker mit unterschiedlichen Instrumenten aufeinander reagieren, spürt der eine der Bildmelodie des anderen nach und nimmt sie in seiner Musiksprache auf, um sie dort zu beantworten. Heraus kommen kleine, etwa dreiminütige Videos: Kompositionen aus Licht und Klang zum Sehen, Hören und Träumen.

Simon Fibich